Rafiki za Tanzania
 
Verein zur Förderung der interkulturellen Kommunikation, Bildung und Gesundheit e.V.
 

Sieben Wochen zu Gast in der Mtakuja Shule ya Sekondari

In der “großen” Regenzeit ist in Tansania mit unberechenbaren Regengüssen zu rechnen. Aber obwohl ich im Mai und Juni dieses Jahres Gast in der Mtakuja Secondary School war, habe ich von diesen Niederschlägen kaum etwas mitbekommen. Wie seit Jahren schon blieb der so dringend benötigte Regen in vielen Regionen des Landes einfach aus. Das Leben muss trotzdem weitergehen. Wie die alltäglichen Schwierigkeiten gemeistert werden, konnte ich sieben Wochen lang miterleben.

Die Möglichkeit, in der bei Moshi gelegenen Schule zu hospitieren, bekam ich gleich im Anschluss an mein Lehramtsstudium. Vorab konnte ich nur ahnen, wie diese Zeit ablaufen würde. Anfangs war tatsächlich fast alles neu für mich, was mir hingegen nach kurzer Zeit sehr vertraut wurde: die Bedingungen in der Schule, die fremde Sprache Kiswahili, das Klima, Kulinarisches und auch die Mentalität der Menschen. Ob mir das Unterrichten bei derart riesigen Klassengrößen und nicht ausreichend vorhandenen Lehrmaterialien gelingen würde? Da war ich mir anfangs nicht sicher! Da die Unterrichtssprache jedoch offiziell Englisch ist, der Schulleiter sowie die Lehrerinnen und Lehrer mir bei Fragen mit Rat zur Seite standen und ich die Möglichkeit bekam, mit den Schülern ein Projekt durchzuführen, das sowohl mir als auch den Kindern großen Spaß bereitete bzw. unseren Ehrgeiz weckte, vergaß ich meine Zweifel schnell. Gemeinsam lasen wir ein englischsprachiges literarisches Werk, spielten es nach und verfilmten es mit Hilfe einer kleinen Digitalkamera. Das eigenständige und kreative Arbeiten war für die Schüler ungewohnt, weckte aber schnell ihre Motivation. Auf das Ergebnis waren wir alle stolz!

Ferner schrieben wir Briefe an die Schülerinnen und Schüler der hannoverschen Humboldtschule, um die jüngst gegründete Partnerschaft zwischen den beiden Schulen weiter anzukurbeln. Und auch hierbei entwickelten die Schüler nach einer anfänglichen Skepsis große Freude an dem Gedanken, dass weit entfernt von ihnen zur selben Zeit Schüler in einem deutschen Klassenzimmer sitzen und nach meiner Rückkehr ihre Briefe erhalten und beantworten würden.

Die Erinnerung an die Tage in Tansania und speziell Mtakuja werde ich als kleinen Schatz in meiner Erinnerung bewahren, vielleicht hin und wieder davon zehren. Und ich wünsche vor allem der neuen Partnerschaft zwischen der Humboldtschule und nun “meiner” Schule in Mtakuja eine lange für beide Seiten fruchtbare Verbindung und danke dem Verein Rafiki za Tanzania bzw. Karin Dunse für die Vermittlung.

Laura Haas, Hamburg im August 2012








 


Die folgenden Texte sind während oder gleich nach meiner Reise nach Tanzania von Dezember 2011 bis März 2012 entstanden.

Copyright Texte und Fotos Karin Dunse

 

Der Schmuck der Maasai

Die Maasai sind eigentlich ein Nomadenvolk, ein stolzes Kriegervolk! Doch die Uhr bleibt nirgends stehen - so werden die morani nicht mehr gebraucht, um gegen wilde Tiere und einfallende Feinde zu schützen und in einer modernen Gesellschaft besuchen auch die Kinder der Maasai mehr und mehr eine öffentliche Schule; sie werden nicht mehr nur ausschließlich traditional in der Erlernung und Weiterführung der eigenen Gebräuche und Sitten ausgebildet.

Der Perlenschmuck für Frauen und Männer gehört zu diesen Traditionen. Der große tellerförmige Halsschmuck der Frauen wippt im Takt der traditionalen Gesänge und Tänze um Hals, Nacken und auf den Schultern der Frauen auf und nieder - die ebenfalls reichgeschmückten männlichen Glieder der Gemeinschaft springen aus dem Stand beinah einen Meter in die Höhe...

Die Herstellung des Schmucks, der vielfältig und den inzwischen auch christlichen Traditionen angepasst - es werden auch christliche Kreuze in allerlei Variationen hergestellt - von den Frauen fabriziert und getragen wird, dient auch als Geldquelle, wenn er erfolgreich verkauft werden kann. Und so ziehen die Frauen über Land und in die Städte und versuchen ihr Glück!















 
 
 

Leben im Schatten des Berges

In Deutschland seien die Temperaturen stark abgefallen, weit unter den Nullpunkt, höre ich und blicke zum Kibo hinauf. Nicht nur er, auch der Mawenzi ist nach starker Bewölkung in den letzten Tagen ganz und gar schneebedeckt und weiß. Was sind wir hier doch reich, denke ich: Schnee dort oben und Wärme, blühende Bäume und Blumen, viel Grün und reife Früchte hier unten – wir haben beides, beneidenswert. Was ich den meisten Menschen voraus habe, ist, dass ich weiß, wie Schnee sich anfühlt und was es heißt, in Eis zu frieren, wirklich zu frieren... oder auch nicht, wenn man sich warm genug anzieht. Kalt genug ausziehen dagegen geht nicht – da muss eine andere Lösung her! Zum Beispiel eine Höhe am Berg wählen, in der man sich immer wohl fühlt, leicht bekleidet ohne zu schwitzen, zum Abend eine leichte Jacke, in der Nacht kuschelig zugedeckt.

So wie steil auseinanderfallende Wärme– bzw. Kältegrade ist auch das Leben am Berg überhaupt irgendwie immer ein Leben in der steil abrutschenden Senkrechten – das merkt man schon, wenn man aus der Stadt kommend von der Hauptstraße Richtung Osten an den Berg abbiegt: Es wird immer steiler, aber auch ruhiger, grüner... und man hat oft einen herrlichen Ausblick, nach oben und nach unten. Ist man zu Fuß unterwegs auf den schmalen Pfaden direkt an den Hütten und Häusern entlang oder benutzt die shortcuts zwischen den befahrbaren Wegen, dann geht es immer steil bergauf oder bergab. Die Täler sind hier eng, unten ein kleiner Bach, ein Holzsteg und schon geht es wieder hinauf, steil, zu den nächsten Hütten.

Wenn es regnet, dann meist heftig. Man stelle sich nur vor, wie rutschig, glitschig es auf diesen Pfaden dann ist! Und die Erde klebt an den Schuhsohlen.

Wie schaffen es die Menschen nur, dann auch noch schwere Lasten nach Haus zu tragen?































 
 
 

Mzungu, Mzungu...

Mzungu, Mzungu... auf dem Ohr bin ich taub! Kinder rufen so nach mir, sobald sie meine weiße Haut erblicken. Das nervt, erst recht, wenn dann, am Nachmittag, ein Good morning, teacher folgt. Auch der Zusatz Madame ändert da nicht viel... nicht jeder Europäer spricht Englisch, wie sie glauben. Was tun? Einfach ignorieren oder auf Kiswahili zurückgrüßen: Hamjambo, watoto, hakuna Mzungu hapa mimi ni Mtanzania! Verblüffte Gesichter, dann Lachen, Freude. Ich bin eine von ihnen, möchte es sein. Das klappt auch immer besser...

 
 
 

Ein Leben im Staub

Ach, ihr wisst ja nicht, was Staub ist...

... den man des Morgens auf den Höfen zusammenfegt, aus den Häusern kehrt! Aus allen Ritzen holen? Nicht möglich... wie es überhaupt nicht möglich ist, ihm zu entkommen! Jeder Schritt pufft ihn auf als feines Pulver, jedes Rad der Lorys, Pick-ups, Daladalas, der pikipiki und Fahrräder, die vorüberfahren, wirbelt ihn auf, überall liegt er, sitzt er: auf den Blättern der Büsche und Bäume, auf vertrocknetem Gestrüpp, auf Müll und Dreck am Wegesrand, der genauso aufgewirbelt wird.

Der Regen wird so sehnlichst erwartet! Er wird das Land von einem auf den andern Tag grün werden lassen, frisch. Reis- und Maissetzlinge, Gemüsepflanzen und Samen werden dann in die feuchte Erde gebracht, Bäume gepflanzt, der Boden dafür ist vorbereitet. Das Leben wird neu erwachen, die Hoffnung auf Nahrung, auf frisches Gras für das Vieh wird erfüllt. Für eine Zeit lang wird die Mühseligkeit, die Lethargie in übergroßer Hitze und Trockenheit verschwinden. Um alsbald wiederzukehren...



















 
 
 

Keine Zeit in Afrika

Die Tage sind so ausgefüllt – keine Zeit zum Ruhen! Also ruhe ich unterwegs: unter einem Baum bei den Maasai, die mir kurzerhand eine Kuhhaut herbeiholen und in den Schatten unter den großen Baum legen, unter dem wir zusammengekommen sind, um über Bildung zu sprechen. Sie warten, bis ich das Zeichen gebe, dass ich bereit bin ... irgendwie rührend, denn es ist ja nicht so, dass sie gar nichts zu tun haben, und ich bin später gekommen, als sie mich erwartet haben. Einige eilen auch für kurze Zeit noch einmal davon. Ein Gast, noch dazu einer, dem man seine Visionen und Sorgen erzählen kann, ist eine Chance und willkommene Abwechslung zugleich. Und so erfahre ich, dass es hier im Busch inzwischen eine Grundschule gibt mit Kindergarten und Spielplatz für die Kleinen, dass es ganz wichtig ist, den Kindern Kiswahili zu lehren, denn die Maasai benutzen ihre eigene Sprache mehr als andere Ethnien, dass es für 45 Kinder nur einen Klassenraum, zwei Lehrer, eine Köchin und einen Wachmann gibt. Und es beeindruckt, dass es besonders die Väter sind, die betonen, dass sie möchten, dass ihre Kinder Bildung erhalten, sie wüssten, dass es ohne Bildung keine Zukunft gibt, nicht für sie und nicht für ihre Kinder, dass jede und jeder nach der Shule ya Msingi die Shule ya Sekondari absolvieren sollte, um wirklich eine Chance im Leben zu haben, und dass Mädchen, die zur Schule gehen, nicht so früh heiraten bzw. verheiratet werden wie bis heute üblich. Wer Bildung erhalte, wählte den eigenen Weg später selber. Das Problem aber seien die Schulgebühren.

Ich versichere, ihre Sorgen und Bitten verstanden und aufgenommen zu haben, und wir lassen uns zum gemeinsamen Mittagessen nieder. Noch vor zehn, 15 Jahren wussten die Maasai nicht, auswärtige Gäste zu bewirten – heute ist das keine Frage und ich genieße köstliches Gemüse, Reis, Kartoffeln, zartes Fleisch, Gurken und Obst, bevor wir mit Dankesworten unser kikao, das Zusammentreffen unter dem Baum, beschließen. Geschmückt wie eine Maasai besuche ich anschließend die Lehmhütten einiger Familien und schließlich die Schule und den Spielplatz.

Bevor es im Dorf Abendessen gibt, wasche ich Hände und Füße, erfrische mich ein wenig, indem ich den gröbsten Staub loswerde, und ruhe auf einer bereitgelegten Matratze im halbfertigen Gebäude; die Kinder gucken erfreut und verschämt lachend durch die noch nicht vorhandene Tür und die Fensternischen: Amelala – sie schläft. Ich habe den freien Blick über die Zuckerrohrfelder zu den Lelatemabergen – die kleine Spitze in der Ferne hat vor vier Jahren den Namen Mlima Karin bekommen. Und so geht allmählich die Sonne unter, während Mama draußen im Hof das Essen bereitet und auf den Tisch neben der Matratze stellt. Licht gibt uns schließlich die Petroleumlampe und wir genießen gemeinsam den Abend mit einem Essen und weiteren Gesprächen; zu meiner Freude bevorzugt Mama, mit Kokosnussmilch zu kochen – köstlich!

















 
 
 

Kuchenbacken auf drei Steinen

Hausarbeit, die Arbeit der Mama ya nyumbani, ist nicht einfach... überall! Kazi nyingi, viel Arbeit – und aufgegessen ist das schöne Essen schnell! Kuchen zu backen ist allerdings noch einmal eine Nummer extra und nicht verbreitet! Wenn es einen Backofen gibt wie für Brot in Fukeni, ist immerhin das Backen einfacher; aber auch der muss aufwendig angeheizt werden. Mit Holzkohle auf dem jiko la mtaa geht es einfacher als auf drei Steinen, weil die Hitze gleichmäßiger ist. In der Maasaiboma mussten wir Feuer nachlegen – der Kuchen wollte nicht gar werden... der Schritt zum Verbrennen, Verkohlen ist aber kurz! Und die Form kann ja nicht direkt aufs Feuer gestellt werden. Deshalb haben wir zuerst den Boden einer großen Aluminiumschale mit Sand gefüllt und darauf die Formen mit dem Kuchenteig gestellt. Ich versuche immer nur – auch wenn Kuchenbacken eigentlich eine leichte Aufgabe für mich ist.

Am Ende bin ich froh und erleichtert, wenn der Kuchen gelungen ist und alle versichern: Tamu sana! Köstlich! Und ich sei eine gute Mama ya nyumbani... na bitte!
































 
 
 

Tanzania 2012 – In der Reise auf der Reise

Selbst wenn man sich nur in einem Umkreis von 50 oder 60 km bewegt, kann das Leben in Tanzania vollkommen anders sein; an den unteren Hängen des Kilimanjaro, auf dem großen Zuckerrohrplantagengelände südlich von Moshi oder in der Maasaisteppe am Nyumba ya Mungo.

Jetzt reist du ans Ende der Welt, ohne Straßen, ohne Elektrizität, ohne sauberes Wasser zum Kochen und Trinken. Ein Lastwagen bringt es in großen Tanks. Und doch leben auch hier Menschen. Wie schaffen sie das?

Sie leben mit und von ihren Tieren: Rinder, Schafe, Ziegen, Hühner, Esel, auch Hunde und Katzen leben hier. Menschen und Tiere laufen durcheinander, bei allen Tätigkeiten gewissermaßen – nur zum Schlafen macht jeder die Tür hinter sich zu. Der Schlafplatz der Tiere ist von Dornengestrüpp eingekreist, die “Tür” sind ein oder zwei große Dornenzweige, die in den Ein- und Ausgang gezogen werden... von den Menschen natürlich; die Rinder schlafen für sich, die Kälber, die Ziegen und Schafe, nur die kleinsten schlafen in Lehmhäuschen wie die Menschen. Die Maasai bauen sich heute auch Steinhäuser mit Wellblechdach in ihre Boma. Sie ziehen ja auch nicht mehr umher, sondern bleiben an ihrem angestammten Ort, müssen das Holz der Wände also nicht mehr mit sich schleppen.

Der Nyumba ya Mungo – der Stausee, an dessen Ende Strom für die Stadt Moshi produziert wird – ist ca. 20 km lang; er hat wegen der langen Dürre wenig Wasser und er schrumpft weiter, verlandet. So sind die Menschen in einigen Fischerdörfern dazu übergegangen, Äcker anzulegen. Wo einst Wasser war, breitet sich dieses Jahr nach der kurzen Regenzeit im November/Dezember, die es endlich mal wieder gegeben hat, weites Grasland aus: Ziegen, Rinder, Esel... soweit das Auge reicht. Fischer ziehen ihre Netze an Land, Einbäume liegen an den Ufern, Frauen putzen die viel zu kleinen Fische, die eigentlich gar nicht gefischt werden dürfen.

Ich lebe bei und mit einer Familie, dessen ältester Sohn trotz Sekundarschulabschluss als Viehhirte mit den Eltern lebt, zwei Schwestern besuchen Internatsschulen, Joshua und Meshaki, nicht wirklich Brüder und gleichen Alters, spielen und helfen im Wechsel bei allen Tätigkeiten. In der allzu großen Mittagshitze, die praktisch schon beginnt, wenn sich die Sonne hoch an den Himmel schwingt, schlafen sie einfach auf einem großen Rindsleder auf hartem Boden lang gestreckt ein. Spielzeug haben sie keins, alles ist ihnen Spielzeug in diesem sandigen, trockenen Gelände voller Steine, Dornen und Gestrüpp. Und so lachen, singen und tanzen sie oder streifen scheinbar unermüdlich den ganzen Tag durchs Gelände. Schließlich haben sie eine Kamera gebaut und machen es wie ich...



















 
 
 

Das Leben spüren – Begegnungen in einer anderen Kultur (Karin Dunse, 1997)


Wer das Dichten will verstehen,
Muß ins Land der Dichtung gehen;
Wer den Dichter will verstehen,
Muß in Dichters Lande gehen.
J.W.G.

 
 
 

I.

Erst im Flugzeug wird mir so richtig bewußt, auf welchem Weg ich mich befinde. Obwohl ich mich ohne Winterjacke habe zum Flughafen bringen lassen, werden Zweifel wach, die richtige Kleidung eingepackt zu haben. Der Wunsch, noch einmal umzukehren und alles anders zu machen, wächst mit jedem Flugkilometer. Aber die Zweifel am Gepäck sind vielleicht nur der Ausdruck eines Wissens, daß die Reise eben doch in eine andere als die eine, uns vertraute Welt geht, und sie sind eine benennbare äußerliche Erscheinung einer nicht darstellbaren inneren Ver–rücktheit; denn daß mich anderes an Leben erwartet, als ich gewohnt bin, weiß ich seit meiner ersten Reise.

Von Hannover fliege ich nach Amsterdam. Erst hier besteige ich das Flugzeug, das mich nonstop nach Tanzania bringen wird. Morgendämmerung. Kurz nach dem Start überfliegen wir den Rhein und bald liegt gebirgige Schneelandschaft unter mir; ein wenig später fällt der Blick auf verschneite Berge und Täler der Alpen, und als das Wasser an Italiens Küste im Sonnenlicht unter den Tragflächen glitzert, werden meine Zweifel immer heftiger. Trotz Abkapselung im Flugzeug nehme ich über die Augen sinnlich ein Gefühl von Sommer und Wärme wahr.

Gedanken an die Söhne. Verabschiedung für drei Monate. Sie wissen, wo ich sein werde. Waren selbst schon dort. Ein Brief von ihnen, den ich erst im Flugzeug Richtung Kilimanjaro Airport öffnen soll. Ich tue es jetzt. Mach’ dir keine Sorgen. Und denke dran, es gibt für alles eine Lösung!

Die Erfahrungen der ersten beiden Reisen: die erste als Mitglied einer kirchlichen Gruppe, die ihre Partnergemeinde in Übersee besucht – damals hatte ich während des langen Fluges tatsächlich das Gefühl, unseren Erdball zu verlassen, durchs All zu fliegen und einen anderen Planeten zu erreichen, so weit weg und unbekannt war alles! Die ersten Eindrücke nach der Landung und auf der Fahrt in die nächste Stadt durch die Steppe hatten das bestätigt: Menschen in bunten Gewändern saßen im Staub am Straßenrand, manche ihr Vieh hütend, Frauen Gemüse und andere Waren verkaufend, bis zum Erreichen der ersten Häuser der Stadt nur endlose Weite und Trockenheit; die zweite Reise als Mutter von und mit zwei heranwachsenden Söhnen, die unbedingt das Leben in einem “Entwicklungsland” jenseits des Äquators kennenlernen sollten, wenn ich schon die Möglichkeit hatte, es ihnen an einem kleinen lokalen Beispiel zu zeigen.

Die dritte Reise nun für drei Monate, in denen ich mehr über das Leben in einem afrikanischen Land erfahren will, weil ich über afrikanische Literatur arbeite und damit über Lebensumstände und –zustände, über Auswirkungen des Einwirkens unserer, der entwickelten westlichen Kultur moderner Industriegesellschaften auf nach westlichem Verständnis zurückgebliebene, unterentwickelte Kulturen.

(...)

 

Sie möchten wissen, wie es weitergeht? Dann können Sie – verbunden mit der Bitte um eine freiwillige Spende an den Verein – das vollständige Manuskript im pdf-Format hier herunterladen und dürfen es auch ausdrucken! Danke für Ihr Interesse!